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DenkBar am Donnerstag, 21.10.2021, um 19:00 Uhr – Präsenz und online

Ort: Schrifthof in der Gerwigstr. 34

„Wirkliche Liebe ist ein Ausdruck der inneren Produktivität und umfaßt Fürsorge, Respekt, Verantwortlichkeit und Wissen. (Erich Fromm)“

Gedanken aus einem Vortrag von Rainer Funk „Liebe im psychoanalytischen Denken Erich Fromms“ (Quelle: file:///Users/bkotterba/Downloads/Funk_R_1997g.pdf)

Fromm schärfte seinen Blick für den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten und Erfordernissen der Produktionsweise und deren Widerspiegelungen in entsprechenden leidenschaftlichen Strebungen. Was die Menschen mit Lust und Leidenschaftlichkeit tun, wonach sie also „triebhaft“ streben, dies ist nach Fromm in Wirklichkeit das Ergebnis eines Anpassungsprozesses an das wirtschaftlich und gesellschaftlich Erforderliche.

Die Abkehr von der Vorstellung eines körperlich verankerten Triebes als Energiequelle eröffnete Fromm die Möglichkeit eines bezogenheitstheoretischen Ansatzes. Kern- und Angelpunkt dieses Ansatzes ist die Erkenntnis, dass der Mensch schon immer auf sich und seine menschliche und natürliche Umwelt bezogen ist, ja dass es den Menschen – psychisch gesehen – gar nicht anders gibt. Es
eröffnet sich überhaupt ein anderer Zugang zu gesellschaftlich relevanten Fragen und zur Verantwortung des Menschen. Das menschliche Verhalten wird von gesellschaftlich erzeugten leidenschaftlichen Strebungen auf Grund der vorgängigen Bezogenheit des Menschen.

Das heute so tief verwurzelte Streben der Menschen, alles berechnen und quantifizieren zu müssen und nur das als wertvoll ansehen zu können, was sich messen und zählen lässt, hat sich erst in diesem Jahrhundert als Charakterzug vieler Menschen entwickelt, weil bei unserer Art zu produzieren das Messen, Zählen und Quantifizieren (auch in jenen Bereichen, die gar nicht adäquat quantifizierbar sind, wie in der Politik, in der Psychotherapie oder in der Sozialarbeit) zum A und O geworden ist.

Die Fähigkeit zu lieben als Ausdruck einer produktiven Art der Bezogenheit hat also in der Psychoanalyse Fromms einen zentralen Stellenwert. Natürlich ist „Liebe“ ein völlig ungeschützter Begriff und versucht jeder Mensch, sein Verhalten, und sei es noch so destruktiv, als „Liebe“ zu rationalisieren. Eben darum unterscheidet Fromm zwischen produktiver und nicht-produktiver Liebe.

Produktive Liebe bedeutet Aktivierung der menschlichen Eigenkräfte

Ein erstes Wesensmerkmal produktiver Liebe ist die Aktivierung der menschlichen Eigenkräfte bei der Befriedigung des Bedürfnisses nach Bezogenheit. Der Mensch hat die Möglichkeit, sein Bezogensein mit Hilfe fremder, ihm nicht zugehörender Kräfte zu gestalten oder mit Hilfe von Eigenkräften. Solche Eigenkräfte können geistig-intellektueller, psychischer oder körperlicher Art sein. Eine geistig intellektuelle Eigenkraft ist zum Beispiel die Merkfähigkeit, die Denkfähigkeit oder die Phantasie. Psychische Eigenkräfte sind etwa die Fähigkeit zu vertrauen, zärtlich zu sein, sich konzentrieren zu können, interessiert zu sein, lieben zu können. Eine körperliche Eigenkraft ist zum Beispiel die Fortbewegungsfähigkeit oder die Muskelkraft. Während die körperlichen Eigenkräfte sich durch das physische Wachstum und den Lebensvollzug im wesentlichen von alleine entwickeln, bedürfen die emotionalen und intellektuellen Möglichkeiten einer aktivierenden Stimulation durch eine emotionale Bindung, um ihre Aktivität zu entfalten und als Eigenkraft zum Vorschein zu kommen.

Die Aktivierung der Eigenkräfte ist also ein Wesensmerkmal und Effekt der produktiven Orientierung und darum auch der produktiven Liebe. Wer in produktiver Weise liebt, der gestaltet seine Bezogenheit zu sich und zu anderen dadurch, dass er
seine affektiven und geistigen Eigenkräfte aktiviert und so immer mehr aus seinem Eigensein lebt.

Für die online-Teilnahme:

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