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ent-Larven / de-Maskieren

Ausstellung der

Maskenbilder und Maskenuhren von Benno Kotterba im

Cafe Cielo, Karlsruhe Durlach, vom 01. Sept. bis 15. November 2020

Was eine Maske ist, weiß sicher jeder. Aber was ist eine Larve? Das wurde in den letzten Wochen bei der Betrachtung der Bilder immer wieder gefragt. Das Wort ist heute nicht mehr so geläufig. In der griechischen Tragödie trugen die Schauspieler im Chor Masken – eben Larven – vor dem Gesicht. Sie hatten die Funktion, die tragische Situation zu kommentieren und damit natürlich eben auch zu „entlarven“. Das Wort „entlarven“ ist uns natürlich immer noch bekannt: aufdecken, bekannt machen. Und dann ist da auch noch die Larve, die sich „entlarvt“ oder verpuppt. Die Gestalt wechseln, eine neue Gestalt annehmen – die Raupe wird zum Schmetterling.

Das Wort Larve ist von dem lateinischen larva übernommen. Liest man im Wörterbuch der Gebrüder Grimm nach, so ist das Gespenst, die Schreckgestalt gemeint und sie zitieren dazu aus dem Buch der Weisheit: „wurden sie grausamlich zurstrewet, und durch gespenste erschreckt .. scheusliche larven erschienen, davon sie sich entsetzten.“ oder beziehe sich auf die neuere Sprache Göthes:Ihr habt mich in diese Säle geführt, wo für mich nichts Reizendes zu finden ist, wo mich Larven verfolgen, vor denen ich keine Rettung finde, als an deinem Busen.“  So geht es uns heute auch manchmal, wenn wir uns auch schon an Anblick der Larven gewöhnt haben. Die Gebrüder Grimm sprechen von Larven an anderer Stelle: gewöhnlicher nur von der verhüllung des gesichtes, als des spiegels menschlicher gefühle und gedanken, ausgehend„.

So lernen wir heute hinter die Masken zu schauen. Ent-Larvend erkennen wir auf der einen Seite diejenigen, die bislang hinter ihrer Larve getäuscht, ein falsches Spiel gespielt und Mummenschanz mit uns getrieben haben. Und die, die vor lauter Angst zum Angriff übergehen, erschrecken oder abschrecken oder die eigene Angst überwinden wollen. Doch schöner und klarer entlarvend sehen wir in manche Augen und entdecken dort ein Lächeln, hinter der Maske ein Schmunzeln, Freude und Zuneigung.

Entstanden mit der „Maskierung“ in der Corona-Zeit zeichnet Benno Kotterba mit seinem „Ent-Larven“ Stimmungen und Ausdrücke nach. Und mit Überschreibungen und Überdeckungen sucht er „beschreibend“  nach der Bedeutung und Wirkung der Augen hinter den Larven. Gleichzeitig zeigt er die Sprachlosigkeit, obwohl viele Worte da sind.

In der Ausstellung sind auch die Uhren mit den Masken-Gesichtern zu sehen – und alle ticken gleich (ferngesteuert – funkgesteuert).

Vernissage am 03. Oktober 2020 im Cafe Cielo

… noch in den Vorbereitungen …

… noch in den Vorbereitungen …

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