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Am Donnerstag, 07. Mai 2020, treffen  uns um 20 Uhr zur  online-DenkBar und  sprechen über das Thema „Achtsamkeit“ .

Ein Schüler meditiert bei seinem Meister sieben Jahre. Nun hofft er, selbst die Meisterwürde erreicht zu haben.

Das entscheidende Treffen mit seinem Meister steht bevor. Durch strömenden Regen geht er zur Hütte des Meisters und nimmt vor ihm Platz. Lange schweigt dieser. Als er zu sprechen anfängt, fragt er ihn:
„Wo hast du deinen Schirm abgestellt?“
Er weiß es nicht.
Da sagt ihm der Meister:
„Geh und meditiere weitere sieben Jahre!

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Ein Mönch wurde einmal gefragt, warum er bei all seinen viele Verpflichtungen immer so gelassen sein konnte.

Er antwortete:
„Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich esse, dann esse ich.….“
Die Leute sagten ihm: „Das tun wir doch auch. Aber was tust du noch darüber hinaus?“

Er antwortete ihnen wiederum:
„Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich sitze, dann . . .
Ungeduldig unterbrachen ihn die Leute wiederum: „Das tun wir auch. Aber was machst du darüber hinaus?“

Er antwortete ihnen: „Nein! Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon. Wenn ihr steht, dann geht ihr schon. Und wenn ihr geht, dann seid ihr schon am Ziel…….

aus dem Grimmschen Wörterbuch:
„achtsamkeit….gewöhnlicher doch unschöner ist aufmerksamkeit….“
verwandt damit die Achtung, Beachtung, das Erachten, Acht haben, sich in Acht nehmen…

Achtung! (milit. Kommando)

Insgesamt ein Zustand erhöhter und gerichteter Aufmerksamkeit (Wichtigkeit); gesteigerte Konzentration und Wahrnehmung
Und: früher gebraucht man achtsam auch im Sinne von achtbar, angesehn. Geachtet.
Aber auch: in Acht und Bann (geächtet)……

Achtsamkeit ist ein zentraler Focus im Buddhismus; der hauptsächliche Weg dorthin führt über die Stille und Meditation. Innehalten! Von dort hat sie auch Einzug gehalten in zahlreiche Strömungen der neueren Psychologie: Carl Rogers, Fritz Perls‘ Gestalttherapie u.a. bis hin zum heute weit verbreiteten MBSR = Mindfulness-Based Stress Reduction (entwickelt von Jon Kabat-Zinn, Professor für Medizin an der University of Massachusetts.)

  • Wikipedia: Achtsamkeit ist ein Zustand von Geistesgegenwart, in dem ein Mensch hellwach die Gegenwart seiner Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfährt.
    Achtsamkeit für – den eigenen Körper
  • die eigenen Gefühle und Gedanken, Impulse und Bedürfnisse
  • die eigenen Handlungen (Was tue ich da gerade und warum?)
  • meine Umgebung / mein Gegenüber

Es ist nichts Neues, was uns darin begegnet. So hat es Oma schon ausgedrückt:
Mach’ eine Sache nach der anderen und sei mit deinen Gedanken bei dem, was du gerade tust!
Du kannst nur auf einer Hochzeit tanzen!
Und meine Mutter wusste auch schon: „Man kann nicht gleichzeitig scheißen und Kraut hacken!“

Heute hingegen steht das multitasking eher hoch im Kurs. Also: Scheißen und Kraut hacken und Kaffee kochen und . . . (Der Stress, der dadurch entsteht, ist Auslöser vieler zivilisatorischer Gebrechen: erschöpft, müde, lustlos, schlaflos,….)

Achtsamkeit ist Wahrnehmung ohne Ablenkung, emotionale Färbung und Bewertung. Gleichmut und Präsenz.
Ein achtsamer Mensch achtet auf den Moment, ohne ihn jedoch zu bewerten.
Normalerweise gehen wir eher unachtsam durch den Tag. Wir spulen unsere Gewohnheiten und altgedienten Denk-und Handlungsmuster automatisch ab (im Modus: Autopilot). Das Gegenteil von achtsam ist achtlos. Etwas wird achtlos weggeworfen, achtlos dahin gesagt, man geht achtlos über etwas hinweg ….

Manche legen daher ein gesteigertes Augenmerk auf Achtsamkeitsübungen im Alltag. Z.B.„Geschirrspülen ist wie einen kleinen Buddha baden.“ (Thich Nhat Hanh: „Zeiten der Achtsamkeit“). Mit der entsprechenden Aufmerksamkeit und ohne Bewertung werden alltägliche Tätigkeiten zum meditativen Intermezzo, das die Seele füttert . . .

Achtsamkeit als Lebenseinstellung ist Trend. Offenbar besteht auch ein großes Bedürfnis in unserer modernen Gesellschaft. Eine endlose Reihe an Büchern, Podcasts und Medien greifen das Thema auf. Wissenschaft untersucht die (Aus-)Wirkung von Achtsamkeitsübungen. Das Netz ist voll von Übungen und (Kurs-)Angeboten aller Art zu diesem Thema.

In Durlach gibt es ein Institut für Achtsamkeit (Durlacher Schule) – bestimmt nicht die einzige auf der Welt. MBSR = Mindfulness-Based Stress Reduction

Bitte mitteilen, ob Du teilnimmst, gerne darfst Du auch noch jemanden einladen und „mitbringen“.

[Anmeldung] und bitte die technische Beschreibung für die Teilnahme lesen.

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