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Bienale-Beitrag von Anna Viebrock, Thomas Demand und Alexander Kluge in der Fondazione Prada in Venedig

Die Fondazione Prada in Ca’ Corner della Regina, einem alten Palast in der Sestiere Croce, erreichen wir von San Stai über zwei Brücken und durch schmale Gasse. Etwas versteckt und abseits des großen Rummels um die Ausstellungen in Giardini und Arsenale ist hier die gemeinsame Cross-Media-Ausstellung der drei Künstler, des Autors und Filmemachers Alexander Kluge, des Fotokünstlers Thomas Demand und der Bühnenbildnerin Anna Viebrock. Es war eine der interessantesten und intelligentesten Ausstellungen, die wir während unserer Wege durch Venedig gefunden und erlebt haben. Wir waren gleich zweimal dort.

Alexander Kluge inszeniert mit dem leider vor kurzem verstorbenen Michael Ballhaus “Die sanfte Schminke des Lichts”, ein Spiel vor der Kamera.

Anna Viebrock verwandelt die Räume des Palazzos in Flure und Hallen, von denen “passende” Türen unterschiedlicher Form in die dahinter liegenden Räume führen: in einen Lesesaal, einen Gerichtssaal, einen Kinosaal, auf eine Bühne. Man steht zunächst irritiert vor den Türe, muss ich entscheiden, durch welche man geht – gehen darf und wird jedesmal überrascht durch das dahinter sich auftuende Szenario.

An den Wänden die Arbeiten von Thomas Demand, sämtliche Fotografien als Inszenierungen aus und mit Papier.

Die FAZ schreibt dazu: “Dass die Verhältnisse zwischen den Werken mitunter etwas assoziativ sind, sich unter den Themenschwerpunkten Katastrophe, Krieg, Schuld und Erinnerung nur lose miteinander verbinden, macht nichts. Es geht ums Ganze, letztlich auch um die Frage, welche Strategien der Archivierung wirksamer sind als andere: Erinnern wir uns in räumlichen Atmosphären, typisierten Bildern oder bebilderten Gedanken?”  Der ausführliche Artikel schreibt sehr treffend.

[Treffender Beitrag der FAZ ]

Interessant für mich die Frage, ob der Titel der Ausstellung “The boat is leaking. The captain lied.” einen Querbezug zur opulenten Show des Damien Hirst beabsichtigt. hier eine intelligente Ausstellung und dort bei Damien Hirst ein überquellender Gigantismus.