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Eine Rauminstallation von Sevim Bäuerle und Antje Bessau

In der Krypta unter der Stadtkirche Karlsruhe, die ursprünglich als Grablege der Großherzoglichen Familie diente, wurden die Besucher heute hineingeführt in die inneren Landschaften der beiden Künstlerinnen. Fast programmatischen stehen gleich in den ersten Nischen zwei Skulpturen von Antje Bessau, die jeweils eine eher abendländische Frau und eine orientalisch anmutende Frau zeigen. Beide treten aus dem Stein auf den Betrachter zu und laden ihn ein, die Nischen und Gewölbe-Räume zu durchschreiten und sich von den aufgebauten Landschaften und Bildern einfangen zu lassen.

Frau Dr. Schoole-Mostafawy vermittelte in ihrer Einführung die beiden Sichtweisen und Erlebnisräume von Sevim Bäuerle und Antje Bessau, öffnete den Blick in die Orte ihres Aufwachsens und das, was man sehr schnell als Heimat bezeichnet. Für Antje Bessau ist der Heimatort geblieben, für Sevim Bäuerle liegen Heimat heute und Heimat damals viele tausend Kilometer auseinander.

Eindrucksvoll vermittelte Piotr Tomczyk in seiner Tanzperformance, wie mühsam Wege von Heimat dort und Heimat hier zu bewältigen sind, wieviele Schuhe auf dem Weg durch Räume und Zeiten benötigt werden und wie groß die Spanne zwischen den Orten und auch den Erinnerungen sein können.

So entfernt und unterschiedlich wie die Heimatorte der beiden Künstlerinnen liegen und sich darstellen, so verschieden sind auch auch die verwendeten Materialien und Darstellungsarten. Die Steinskulpturen von Antje Bessau sind eher ortsfest und schwer zu bewegen. Die leeren Blechkanister für Oliven und Feta sind zwar voluminös, jedoch leichter als die Steine. Und so, wie es Frau Dr. Schoole-Mostafawy ausdrückte, bewegen sie sich inzwischen durch die ganze Welt, verlassen also ihre ursprüngliche Heimat.

Die Ausstellung ist noch  bis zum 30. September 2017 zu sehen. Öffnungszeiten Mi.-Sa. 14 bis 17 Uhr, So. 12 bis 17 Uhr