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Bigorio – Convento Santa Maria dei Frati Cappuccini

Wenn man von der Autobahn über Taverne und Sale Capriasca anreist, sieht man das Kloster von Ferne auf einer Anhöhe bei 728 m ü.M. umgeben von Kastanienwäldern liegen. In dieser ruhigen, naturnahen Umgebung finden die Gruppen ideale Voraussetzungen für ihre Tätigkeiten: Seminare, Ausbildungskurse, Studientage usw.

Das Kapuzinerkloster Convento Santa Maria dei Frati Cappuccini in Bigorio liegt in den Bergen oberhalb der Gemeinde Capriasca – Tesserete. Vom Kloster aus blickt man über den See von Lugano in Richtung Süden. Es wird die Geschichte erzählt, dass man bei klarer Sicht nur vom Klostergarten genau durch die Lücke zwischen den Bergen über dem Luganer See den Mailänder Dom sehen kann. Und die Geschichte ist so gut, dass jeder sie weitererzählt. Manche steigern das noch und sagen: man sieht das Eingangsportal des Mailänder Doms. Aber wann ist die Sicht schon einmal so klar?

Die Aussichten und Ansichten von diesem Ort sind wirklich beeindruckend – bei guter und schlechter Sicht. Wie bei einem Aufenthalt am Meer erlebt man ständig neue und teils atemberaubende Bilder der Landschaft, der umgebenden Berge und der Wolken.

Im Jahre 1535 wurde das Kloster in Bigorio  als erstes Kapuzinerklosterin der Schweiz nach der kapuzinischen Reform  gegründet. Die Kapuziner, eigentlich der Orden der Minderen Brüder Kapuziner, lateinisch Ordo Fratrum Minorum Capucinorum, sind ein Bettelorden. Der Name des Ordens leitet sich von der markanten Kapuze der Mönchskutte ab. Er gehört zu den Orden, die sich auf den heiligen Franziskus beziehen. In der Vergangenheit zeichneten sich die Kapuziner einerseits durch eine besondere Liebe zur Stille und zum Gebet aus, andererseits durch die Nähe zum einfachen Volk und zu den Armen.

Die Schlichtheit und Einfachheit entdeckt man im Kloster, an und in den Gebäuden und der Ausstattung immer noch sehr deutlich. Im Jahr 1966 wurde das Kloster vollständig restauriert, um es in eine Stätte religiöser, geistiger und kultureller Bildung umzuwandeln. Hervorzuheben ist die damals vom Architekten Mario Botta gestaltete Kapelle. Dieses Jugendwerk war Bestandteil seiner Diplomarbeit.

 

In der Nacht des 6. Februars 1987 wurde die Klosteranlage durch einen Brand teilweise zerstört und schwer beschädigt. Das große Glück im Unglück war, dass zwar im Kloster zu der Zeit niemand war, aber in der Nähe eine Truppe Schweizer Soldaten ihr Lager hatten und das Feuer bemerkten. Sie begannen sofort mit den Löscharbeiten. Dadurch brannte zwar der Dachstuhl ab, die darunter liegenden Zellen, die Bibliothek und die übrigen Räume blieben verschont. An wenigen Stelle an der Decke im Gang im oberen Stockwerk sieht man noch Brandstellen.

Nach dem Wiederaufbau und den damit verbundenen Verbesserungsarbeiten  wurde am 1. Oktober 1988  die Tätigkeit des Klosters wieder aufgenommen. Seit jener Zeit kommen pro Jahr ca. 1500 Personen für Seminare, Kurse und Tagungen als Gäste in das Kloster. Für die Übernachtung stehen den Gästen die früheren Zellen der Klosterbrüder zur Verfügung, ferner eine Kapelle, die Kirche, das Museum, der Hof und der unvergleichliche Garten.

Beeindruckend ist die Schlichtheit aller Räume und Einrichtungen des Klosters. Auch wenn überall mit einfachen Mitteln gearbeitet wurde, die natürlichen Materialien, die vor Ort zu finden waren, genutzt wurden, so strahlt doch alles eine Schönheit aus. Ein Blick in die Zellen der Mönche, in denen die Gäste einen kleinen beschaulichen Platz haben, bietet Raum und Ruhe. Der alte, einfache Schreibplatz, das schmale Regal darüber und das kleine Fenster mit dem Blick hinaus in die Landschaft machen sie heimelig.

Bilder vom Kloster, Klostergarten, den Räumen und den Speisen

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