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Partizipation und Leerstand

Adam Szymczyk begreift das Machen einer Ausstellung als einen offenen Prozess, der seinen eigenen Gesetzen folgt. Seinen Co-Kuratoren räumt er bei der gemeinsamen Arbeit große Freiheiten ein. Die documenta 14 soll von möglichst vielen und unterschiedlichen Visionen, Ansätzen, diversen Denk- und Sehweisen, divergierenden An- und Einsichten profitieren. Für ihn ist die documenta eine “Chaos”-Ausstellung im Sinne des metaphorisch gebrauchten Begriffs “Rhizom”, also wie ein chaotisches Geflecht, das sich wie ein chaotisches Geflecht ausbreitet, bestehend aus unzähligen “Verbindungen”, die wie die zwischen einem Tentakel sind, der mit einem anderen verbunden ist.

So erlebe ich die Teile in der Neuen Galerie, die verbunden sind mit anderen Orten und Räumen der documenta14. Die Verbindung über die Bücher, die im Sinne der Partizipation von den Besuchern zum Tempel, zum Parthenon der verbotenen Bücher gebracht werden. Das Bespielen der leeren Pavillons (siehe Bild) am Rande der Nordstadt, einem Stadtteil mit sehr hohem Migranten-Anteil. Dort spielt auch die Kunst-Musik und lockt auch kunstferne Bewohner zu den Installationen und Bildern.

 

 

Nassib´s Bäckerei

Mounira Al Solh stellt den Geschäftsräumen hinter einem der Pavillons eine wahre Geschichte dar. Nassib eröffnete 1984 eine Bäckerei, um Arbeit für mental und physisch behinderte Menschen zu schaffen. Die Geschichte der Bäckerei ist auf die Wand geschrieben.

Die Geschichte der Bäckerei ergänzt Mounira Al Solh mit den Portraits und Notizen von Migranten auf gelbem Papier, das oft für juristische Zwecke verwendet wird.

 

 

The Missing Link. Dicolonisation Education by Mrs Smiling Stone

Pelagie Gbaguidi stammt aus dem Senegal und lebt in Belgien. Er zeigt in seiner Installation Schulbänke, Fotografien, Zeichnungen mit Farbstift, Erde und Lippenstift auf Papier,  Digitalvideos, Musikaufnahme, Handpuppen und Marionette, zerbrochene Keramik aus Kassel und diverses Spielzeug. Einige der Notizbücher sind im Rahmen einer Workshop-Kollaboration mit Schüler_innen der Offenen Schule Waldau/Kassel und ihrem Lehrer Christoph Pfannkuch entstanden.

Den Raum bestimmen die große Bahnen / Fahnen aus Glassinepapierbögen, die beschrieben, bemalt sind und in jedem Detail eine Geschichte erzählen. Auch hier leben Historie (die für uns alten Schulbänke) und die Geschichten nebeneinander. Auch hier die Partizipation der Schüler_innen mit ihren Arbeiten. Lebendige Gestaltung.

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