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Schrifthof e.V.

Vom AAL-Verbund e.V. zum soziokulturellen Begegnungsraum

Im Jahr 2008 wurde der gemeinnützige Verein AAL-Verbund e.V. gegründet. Er widmete sich ursprünglich den Veränderungen, die durch den demografischen Wandel sich vollziehen. Lebenslanges Lernen und vor allem das erfüllte Leben im Alter waren Schwerpunktthemen. Die deutsche und europäische Forschungsstrategie richtete Förderschwerpunkte für technische, medizinische und soziale Systeme und methoden ein. Der Verein engagierte sich mit seinen Mitgliedern in den Themenbereichenund arbeitete mit Verbundpartnern an Lösungen (siehe auch AAL-Verbund e.V.). Die öffentlich geförderten Projekte wurden insbesondere von Seiten des BMBF als Grundlagen- und Anschubfinanzierung für Unternehmen und Industrie verstanden. Folgerichtig wanderten Förderprojekte immer stärker in den Bereich der AIF - Arbeitsgemeinschaft Industrieller Förderung beim Wirtschaftministerium (ZIM). 

Durch die Verschiebung in Richtung Produktentwicklung und Vermarktung veränderten sich auch die Interessenschwerpunkte der Verbundpartnern. Leben und Wohnen im Alter rückten in den Fokus. Damit verschoben sich die ARbeitsthemen für den AAL-Verbund e.V. immer deutlicher in den sozialen Bereich. Die Fragestellungen wurden zunehmend mehr generationenübergreifend verstanden und besonders auch auf soziale Randgruppen der Gesellschaft gerichtet. Behinderungen und körperliche und psychische EInschränkungen nahmen mehr Raum ein.

Vor ca. 10 Jahren veränderten sich die Ziele des Vereins schrittweise. Soziokulturellen Angebote  wurden mehr und mehr Schwerpunkt des generationsgreifenden Begegnungsraumes. Aus der ursprünglichen Assistenz ist aktuell eine Begleitung vor allem für junge Menschen geworden,

Die Änderung des Vereinsnamens zu Schrifthof e.V. setzte auch nach außen ein Zeichen. Schwerpunkt wurden künstlerische und handwerliche Angebote. Heute ist Schrifthof soziokulturelles Zentrum zur Förderung von Menschen mit niederschwelligem Zugang zu unterschiedlichen Kulturangeboten.

Im Jahr 2021 traten Schrifthof e.V. und das AutismusZentrum Bruchsal in eine enge Kooperation.

Im Herbst 2021 zeigten wir gemeinsam aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums des AutismusZentrums Bruchsal viele Zeichnungen, Grafiken, Fotos und Bilder autistischer Kinder und Jugendlicher.

Autistische junge Menschen haben wegen ihrer Verhaltensbesonderheiten kaum Chancen an normalen Freizeitaktivitäten teilzunehmen. Sie erleben Ausgrenzung oder ziehen sich zurück.

Die Ausstellung war der Auslöser für unser Projekt autArtis. Autistische Kinder, Jugendliche und junger Erwachsene dürfen in unsere Ateliers und Werkstätten kommen und ihre Spezialinteressen ausleben. Mit einer Anschubförderung durch das Minsterium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg unter dem Thema "Kunst trotz Abstand" startete wir mit Beginn des Jahres 2022 das Projekt autArtis. Wir ermöglichen so den autistischen jungen Menschen die Teilhabe an einem geschützten Ort und in einem Raum mit barrierefreier Kommunikation (klare Sprache, ohne Metaphern und Ironie). Ab Oktober 2022 förderte Herzenssache e.V. unser Angebot. 

Was ist das Besondere unserer Angebote - insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene?

Unsere Lebenswelt ist nichtautistisch geprägt. Menschen erleben Forderungen, Zeit- und Erfolgsdruck. Das Funktionieren in neuen und schwierigen Situationen wird verlangt. Herausforderungen müssen aus eigener Kraft und Entscheidungsfähigkeit erfolgreich bewältigt werden. Dies gilt heute für alle, ob in Schule, Ausbildung oder Beruf.

Besonders betroffen sind autistische Menschen. Ihnen mangelt es häufig an diesen Fähigkeiten. Sie können Handlung meist nur dann beginnen, wenn sie davon überzeugt sind, dass sie diese Handlung auch tatsächlich erfolgreich ausführen können. Die Angst vor Versagen oder Misserfolg hemmt sie.

Das Besondere an diesem Projekt: Fehler sind erlaubt ohne Ausgrenzung. Je als Mender wird als Mensch wahrgenommen und erfährt: „So eine/r bin ich also!“ Durch die explizite Bestätigung und Bestärkung holen autistische Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in kleinen Schritten den Rückstand in der Entwicklung des Selbstkonzeptes auf. In einem geschützten Rahmen und mittels „barrierefreier“ Kommunikation treten sie aus der Selbstbezogenheit heraus und bewegen sich auf einem „Spielplatz“, ohne dass „Niederlage“ droht.

Wir regen an, begleiten Einzelne oder Gruppen. Kurse, Workshops und Seminare zu den unterschiedlichen Kulturtechniken finden statt. Musik und gemeinsames Arbeiten in der "Werkstatt" gehören dazu.