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Werkstatt und Ateliers 

... werden soziokultureller Begegnungsraum

Gerwigstraße 34

Schrifthof e.V. im alten Schlachthof

Schrifthof e.V. im alten Schlachthof

Eröffnung im alten Laden

Werkstatt im Alten Laden

Einblick Atelier 2 Süd

Einblick Atelier 4

Wie ein Dreisprung

... vom Atelierhaus

Auslöser für unsere Einzug von Schrifthof im Alten Schlachthof Karlsruhe war eine E-Mail von Angelika Steininger im Frühjahr 2014: Ist jemand an der Nutzung eines Teilateliers interessiert. Jantje Janßen und Benno Kotterba hat diese Nachricht angefixt. Teilatelier für unseren Verein - das wäre doch was. Es war gerade auch der Neubezug des Atelierhauses. Entschlossen sagen wir zu und beginnen unser Atelier einzurichten.

Und die Vorstellung war gleich: hier laden wir zu Kursen und Workshops ein. Und es begann gleich mit einer Herausforderung: "Palimpsest - Überschreibungen". Es folgte die erste Ausstellung im Bildungszentrum der AOK in Untersteinbach.

Bereits beim EInzug ins neue Atelier wartete die nächste Herausforderung. 2015 - Stadtgeburtstag Karlsruhe. Die Gemeinschaft des Atelierhauses beschloss: während der Tage der offenen Türe zum Stadtgeburtstag bespielen wir die Fleischmarkthalle. Und es wurde ein großer Erfolg.

... in den alten Laden

Ein Jahr später - wir wünschten uns mehr Platz - die Suche nach eigenen Atelierräumen. Da stand der alte Laden in der Oststadt vor uns. Das besondere daran - Oststadt war Quartier Zukunft. So gab es einen Umzug im Frühjahr 2016. 

Aus dem Verein "AAL-Verbund e.V. wurde Schrifthof e.V., der sich in den letzten Jahren um den Demografischen Wandel gekümmert hatte. Also durch die Orientierung auf "Altersgerecht assiistiert Leben (AAL)" schon soziokulturell ausgerichtet war. Mit neuen Mitgliedern wurde der bisherige Verein "AAL-Verbund e.V." umbenannt in  "Schrifthof e.V." - einem eingetragenen Verein mit Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

Auf dieser Grundlage wurde Zukunft frisch gestalten und die Angebote weiterführen. Kurse, Workshops, Lesungen, Konzerte, Ausstellungen füllten die näschsten Jahre. Schrifthof wuchs und wurde bekannt.

Dann kam Corona - und Stillstand. Das finanzielle Polster schrumpfte. Geduld und Hoffnung waren gefordert.

Mit der Jubiläumsausstellung 10 Jahre Autismuszentrum Bruchsal kam dann frischer Wind. Die Bilder der Ausstellung waren so spannend und gut, dass wir beschlossen: wir wollen die autistischen Kinder und Jugendlichen fördern. Ein Antrag  beim Landesministerium BW wurde gestellt: "Kunst trotz Abstand" brachte dann die erste 9-monatiger Förderung. Mit viel Glück schloss sich dann die Förderung durch Herzenssache an: autArtis war für weitere drei Jahre gesichert. Und 2023 gewannen wir auch noch den 2. Preis in der Ferry Porsche Challenge. Bestärkt wuchs nach "Corona" die Nachfrage an. Heute steht Schrifthof e.V. überregional bekannt und besucht erfolgreich da.

... die Ateliers 2 Süd und 4 im Alten Schlachthof

Video starten [hier]

Vom Schönschreiben und "Rumsauen"

Der Karlsruher Schrifthof im Porträt - von Lena Schmidtke

Hier fliegen die Farben, schreiben die Kronkorken, pusten die Strohhälme! Der Karlsruher Schrifthof ist ein Ort, an dem es so einiges zu erleben und zu entdecken gibt. Seit Sommer 2014 besteht er; erst im Atelierhaus im Alten Schlachthof, heute im alten Laden in der Oststadt. Und diesen Laden füllt Inhaber Benno Kotterba mit Kunst der unterschiedlichsten Art: mit Lesungen, Konzerten, Diskussionsrunden, Ausstellungen - und vor allem: mit Kalligrafie, experimenteller Kalligrafie!

Der Schrifthof bietet Raum für Kreativität. Er ist Werkstatt und Wirkstatt - offen für alle und alles.

Lena Schmidtke hat dieses Porträt gezeichnet [Video] und einen Beitrag dazu geschrieben [weiterlesen]

Schrift und ihre Bedeutung

Schrift ist für die Geschichte der Menschheit von kaum zu überschätzender Bedeutung.  Sie bildet die Grundlage für die gesellschaftliche und individuelle Kommunikation, für die Weitergabe von Information. Ein Verbreiten und ein Aufbewahren  von Ideen, Gedanken, Ereignissen und Berichten ist ohne Schrift nicht denkbar.
 
Die ältesten chinesischen Schriftzeichen werden auf ungefähr 6600 v. Chr. datiert. Auch im europäischen Raum existieren Zeichen, die mit kultischen Handlungen in Verbindung gebracht werden.Zeichen in Tontafeln eingeritzt, Keilschriften, Hieroglyphen, Bildzeichen, Dann entwickeln sich Alphabete. Die Zeichen wandeln ich von Bildern zu Buchstaben, vom natürlichen Zeichen zum stilisierten, abstrakten Zeichen. Und weil immer schneller geschrieben werden musste, entwickelt sich daraus ein Schreibfluss, die Handschrift mit verbundenen Zeichen.
 
Handschrift ist mehr als nur eine Zeichenfolge. Handschrift stellt die Verbindung zwischen Kopf und Hand, zwischen Denken und Schreiben, zwischen dem flüchtigen Gedachten und Gesagten und dem Bewahrenden her. Schreiben verlangsamt das Denken, lässt Zeit für die Weiterentwicklung des Gedanken und zeigt in den Schriftbildern die Bewegung der Gedanken, den Gedankengang.
 

 

 

Schreiben ist zeitlos!

So könnten wir heute Schreiben als die Kulturtechnik betrachten, die wichtig ist um Gedanken, Gesprochenes und verbal Ausgetauschtes aus dem Moment durch die Zeit und durch den Raum zu transportiert. Schreiben eröffnet erst die Tür vom Jetzt ins Morgen. Das Geschriebene wird zur Botschaft. Botschaften über weite Distanzen, aber auch über Generationen übermitteln zu können, führt zu neuen Vorstellungen von Raum und Zeit.

Schreiben ist zeitlos! Die Fähigkeit des Schreibens ist fest verbunden mit der Schrift, den Werkzeugen des Schreibens und deren Handhabung. Schrift und Werkzeuge sind nicht zeitlos. Sie unterliegen den technischen Möglichkeiten, aktuellen Stilen und vor allem den Anforderungen. Und die wesentlichste Bedingung für die Entwicklung und die richtige Wahl der Werkzeuge ist die Zeit. Wieviel Zeit muss ich mir nehmen, wieviel Zeit steht mir zur Verfügung. Und damit verändert sich auch das Schreiben, es verändert sogar das, was man aufschreibt.

Als die beiden Kalligraph*innen Jantje Janßen und Benno Kotterba im Frühjahr 2014 ihre Tische im Atelier 2 im Alten Schlachthof Karlsruhe aufstellten – suchten sie nach einem Namen. Was lag da näher als aus dem "Schlachthof" einen Schrifthof zu machen – vielleicht hätten sie es sogar Schreibhof nennen sollen. Ihr Ziel war das Schreiben mit der Hand zu pflegen und weiterzugeben. Zum Schreiben gehört eben Schrift. Und Schrift wird zum Ausdruck der Botschaft, des Gedankens, des Gesagten. Es wird zum Schriftbild, zur Kalligraphie, zum Brief, zum Buch. So entstand: