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Enkel und Großeltern

Herrmann Hesse: Das Märchen Piktors Verwandlungen schrieb er im Jahre 1922 für seine spätere Frau Ruth Wenger und versah es mit aquarellierten Federzeichnungen.(Bild aus dem Literaturmuseum in Marbach / Foto von B. Kotterba)

Handgeschriebene Briefe mit der Post

Kontaktverbot – das trifft natürlich alle hart. Die Kindergarten- und Schulfreunde nicht treffen, keine Familienfeiern, Geburtstage, spontane Begegnungen, Treffen auf der Straße. Alles muss nun unterbleiben als Schutz für sich selbst und die Anderen. Schmerzlich ist es aber besonders für die Enkel und Großeltern – die Kinder verstehen es oft noch nicht, warum man den Opa oder die Oma nicht an der Hand fassen oder mit ihnen nur Kontakt von Ferne, durch´s Fenster winken darf. Die Älteren würden doch gerne helfen, die Kinder hüten, während die Eltern zu Haus am Computer sitzen und im Home Office arbeiten müssen.

Auf der einen Seite rücken die Familien zusammen, gemeinsames Essen, Spaziergänge, Kartenspiele, wieder einmal mit den Kindern Lego bauen, Geschichten erzählen – und vor allem bei den Schulaufgaben, die nun ins Haus flattern auf einmal auch noch den Lehrer ersetzen. Und bei allem auch noch geduldig sein.

Und die Kinder – es ist fast wie auf einer langen Urlaubsreise: wann sind wir endlich da? wann dürfen wir wieder mit den Freunden spielen. Immer nur die Eltern! Da entsteht natürlich schon einmal Langeweile. Doch da müssen wir leider, leider jetzt alle durch.Und die Veränderungen müssen plötzlich gelebt, neues Zusammenleben improvisiert und ausprobiert werden. Natürlich gibt es da all die neuen Kommunikationsmöglichkeiten: Whatsapp, Skype oder das klassische Telefon. Nur darin erschöpfen sich die Mitteilungen auch schnell. Kurze Nachrichten: wie geht es Euch? seid Ihr gesund? was macht Ihr so? Und auf kurze Antworten sind wir ja auch inzwischen trainiert. Das geht manchmal nicht über ein Smiley hinaus. Kurz und bündig.

Wie wäre es denn mal wieder mit einem Brief, einer Postkarte, einem gemalten Bild, einer Geschichte. Wer hat mehr Fantasie: die Kinder, die ihre Geschichten erfinden können. Bei uns gab es früher den Göckgöck und die Erlebnisse darum, die Erwachsenen haben sich immer gewundert, was das wohl für ein Wesen sein könnte, aber eine Erklärung haben  sie nicht bekommen. Er war einfach da.

Und die Großeltern haben so viel erlebt, sind Zeitzeugen, könnten aus ihrem Leben erzählen: von Reisen, von ihren Kindheits- und Jugendabenteuern, vom ersten Auto, von der eigenen Schulzeit. Es müssen ja nicht gleich Erzählungen wie die „Feuerzangenbowle“ sein, aber Kurioses hat doch jeder schon erlebt.

Nur Mut – wenn man erstmal nachdenkt, fallen die alten Geschichten wieder ein.

Wie wäre es denn, gerade jetzt mal wieder zu Papier und Stift zu greifen und einen Brief schreiben oder malen. Einen richtigen Brief im Briefkasten zu haben – welche Überraschung. Na, und jetzt kommt Ostern. Wenn wir schon nicht zusammen Eier und Osternester suchen können, da wären doch zumindest ein paar Bilder mit gemalten Ostereier schön. Und Briefmarken gibt es ja bei den Poststellen zu kaufen, den nächsten Briefkasten suchen gehen, auf Antwort warten. Auch das können Osterüberraschungen werden.

Ist doch auch eine gute Gelegenheit, den Kindern mal zu zeigen, wie ein richtiger Brief geschrieben, adressiert und frankiert werden muss. Alles alte Kulturtechnik.

Viel Spaß bei Schreiben, Malen, Zeichnen und Verschicken.

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