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Asemic Writing – Schreiben ohne Worte

– Die Hand folgt dem Gedanken –

Workshop mit Benno Kotterba

Wortloses Schreiben – Schrift ohne Worte oder vielleicht eher auch Schrift ohne Bedeutung. Mit der Hand geschrieben in herkömmlicher Schreibpraxis. Erkennbar die Linienführung und Bewegungen der schreibenden Hand.

Asemic Schreiben ist eine wortlose, offen semantische Form des Schreibens. Das Wort asemic bedeutet “kein spezieller semantischer Gehalt”. Mit der Nichtspezifität von asemic Schreiben kommt eine Leere von Bedeutung, die der Leser selbst füllen und  interpretieren darf.  Asemic Arbeiten ermöglicht die Offenheit von  Bedeutung, so kann ein asemic Text in ähnlicher Weise “gelesen” werden, unabhängig von der natürlichen Sprache des Lesers. Mehrere Bedeutungen für dieselbe Symbolik sind eine andere Möglichkeit für eine asemic Arbeit.

Textur, Form und Struktur versetzen den Leser in einen Schwebezustand zwischen Lesen und Suchen. Sie muten wie Text an, könnten die Gedanken des Schreibers enthalten, jedoch findet der Leser außer den angedeuteten oder interpretierten Wortmuster keinen verbalen Sinn.

Und meist ist es so, dass selbst der Schreiber in seinem geschriebenen Stück die eigene Schrift nicht lesen und damit auch nicht nachvollziehen kann, ob und welche Gedanken ihn bewegt im Moment des Schreibens bewegt haben. Es ist der Übergang zwischen Spielen mit Schrift und Schriftspiel.

Im Jahr 1997 begannen die Poeten Tim Gaze und Jim Leftwich ihre ersten Arbeiten in quasi-kalligraphischem Schreib-Gestus und nannten es „asemic writing“.

Es ist vielleicht im Kleinen eine westliche Annäherung an den Ausdruck japanischer Kalligraphen, die in ihre Schriftbilder mit dem Schreiben den Ausdruck des Geistes und der geistigen (oder mentalen) Energie legen. Es ist mehr als das Schreiben von Zeichen.

Wenn wir bisher schon vom Schreibgestus zum Schriftspiel gefunden haben, so wollen wir uns in einem Workshop der Kunst des meditativen Ausdrucks in Schrift, Schriftzeichen und Schriftbildern widmen.

 

Termin: Freitag bis Sonntag, 20. – 22. April 2018
Zeit: Fr 18 – 21 Uhr, Sa 11.00 bis 18 Uhr, Sonntag 11.00 bis 16 Uhr
Ort: Im Alten Laden, Gerwigstraße 34, Karlsruhe
Teilnehmerzahl: max. 8
Gebühr: 220,- € (Mitglieder 190,- €) inkl. Materialkosten

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