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Wasserzeichen im Papier – Fabrianos eigene Kunst

Sehr früh (im 13. Jahrhundert) entdeckten die Papiermühlen die Bedeutung des Wasserzeichens. Zunächst war es als Qualitätszeichen der Papiermühle angelegt, Kennzeichnung des eigenen Produktes, dann wurde es von den Kunden als Identifikationszeichen bestellt und diente – heute würden wir sagen – dem Datenschutz.

Die frühen Wasserzeichen bestanden aus Linienstrukturen, die durch einen Draht auf dem Papiersieb aufgebracht dazu führten, dass an den Stellen der Drahtfigur einfach weniger Papierbrei sich ablegte und damit im Licht betrachtet, die Papierschicht dünner war, das Licht mehr durchscheint.

Aus dem einfachen linienförmigen Wasserzeichen entwickelten sich dann durch einen neue Technik hochkomplexe Bilder mit feinen Lichtabstufungen. So finden wir sie heute ebenfalls zum Schutz vor Fälschungen in den Banknoten.

Linien-Wasserzeichen

Beim Linienwasserzeichen gibt es nur einen Hell-Dunkel-Effekt. Die Herstellung zweistufiger Wasserzeichen erfolgt auf dem Entwässerungssieb. Darauf werden Metalldrähte aufgebracht. Das führt dazu, dass die Faserdichte im Vlies verringert bzw. erhöht wird. Die Transparenz des Blattes wird dadurch gegenüber der Umgebung erhöht bzw. verringert.

Die nachfolgenden Bilder zeigen Beispiele von Linienwasserzeichen.

Mehrstufige-Wasserzeichen

Nach vielen Experimenten fanden in Fabriano die Papiermühlen die Technik heraus, auch Bilder mit feier Abstimmung der Schattierungen herzustellen und hochkomplizierte Wasserzeichen zu gestalten, das sich durch detailreiche Darstellung und weiche Übergänge zwischen den einzelnen Licht-Schatten-Wechseln auszeichnet . Licht- und Schatten-Wasserzeichen sind in der Anfertigung wesentlich komplizierter. Zunächst muss das Motiv in eine Wachs­platte, die von hinten beleuchtet wird, geschnitten werden. Die Flächen, Linien, Licht- und Schattenpartien werden unterschiedlich tief aus dem Wachs gearbeitet. Von diesem Wachsrelief wird ein Abguss hergestellt und von diesem wiederum werden durch Galvanisierung ein Negativ- und ein Positivrelief aus Bronze angefertigt. Zwischen diese beiden Bronzeplatten wird ein feines Kupfer­sieb gelegt. Durch festes Zusammenpressen werden die Formen in das Sieb übertragen. Dieses Metallsieb wird auf einen Schöpfrahmen aufgenäht und bewirkt dann beim Schöpfen, dass an den erhabenen Stellen weniger, an den vertieften Stellen dafür mehr Papierbrei verbleibt. Mehrstufige Wasserzeichen sind nur in Rundsiebmaschinen möglich, da hier das Entwässerungssieb aus mehreren, meistens aus vier übereinander liegenden Bronzesieben aufgebaut ist. Das unterste Sieb ist grobmaschig und dient als Stützgewebe. Darüber liegt ein feineres Sieb, das in den Wasserzeichenbereichen ausgeschnitten ist. Das ist wichtig, um den Fasern Spielraum zu verschaffen. In die beiden noch feineren Siebe darüber, wird mit Hilfe eines Metallstempels ein Relief in gewünschter Form eingeprägt. Auf den erhöhten Stellen legen sich nun weniger Fasern ab und es entstehen dünne, durchscheinende Stellen im Papier. Auf den vertieften Stellen sammelt sich eine größere Anzahl an Fasern und es entstehen dunkle Stellen im Papier. So können weiche Übergänge und detailreiche Motive erstellt werden.

 

Die nachfolgenden Bilder zeigen Beispiele von Linienwasserzeichen.