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Palimpseste

Ausstellung im Bildungszentrum der AOK Baden-Württemberg, Untersteinbach

Pergament war wertvoll, deswegen wurde es mehrfach verwendet. Das zuvor auf dem Pergament Geschriebene wurde abgeschabt und durch das Neue überschrieben. Diese Materialnutzung wiederholte sich – daher Palin (vom griechischen “wiederholt”) und mit psaein (dem griechischen Wort für “schaben”) wurde daraus “palin psein” durch die sprachliche Angleichung “Palimpsest”.

Auch abgeschabt lassen sich heute durch moderne Technik das Vorherige, das Abgeschabte wieder sichtbar machen, rekonstruieren. Nicht immer wird es lesbar, sondern bleibt verborgen. Es ist wie unser Gedächtnis, manches verändert sich, manches wird vergessen.

Experimentelle Kalligraphie

Diesem Erkennen des Verborgenen, dem noch als Schrift anmutendem Bild, dem Neuen über dem Alten nähern sich die kalligraphischen Arbeiten von

Christel Fichtmüller
Renate Grossmann-Kohl
Jantje Janßen
Benno Kotterba
Kristina Spaan

an. In ihren Werken greifen sie den Gedanken und die bildliche Darstellung des Palimpsest durch Überschreiben, Collagieren, Abdecken und Verdecken, Zitieren und Ergänzen, durch Versatz und Verbindung auf.